Verein

Geschichte des Kanu Klub Datteln

Solange die Zahl der Wassersportler noch gering war, ergaben sich für den Einzelfahrer keine Schwierigkeiten. Doch als die Anzahl der Wassersportler zunahm sah sich das „Wasserstraßenbauamt“ in Münster im Jahre 1928 veranlasst, den bis dahin wilden Wassersportlern die Einzelerlaubnis zum Befahren der Wasserstraßen nicht mehr zu erteilen. Als am 25. April 1928 insgesamt 24 Personen mit 9 Booten dem Aufruf Dattelner Bürger folgten, waren ihre Ziele klar. Sie wollten einen Kanu-Klub gründen, um auf den Kanälen der näheren Umgebung paddeln zu können. 

Erste Vereinswimpel des Kanu Klub`s mit dem Wappen der „Dorfgemeinde Datteln“

Der erste Dattelner Wassersportverein, der Kanu Klub Datteln 1928 e.V., war gegründet, wurde alsdann in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Recklinghausen eingetragen und schloss sich dem Deutschen Kanu Verband an.

Das erste Bootshaus

Für die Unterbringung der Boote, die anfangs in einem vom Vereinswirt im Hafenrestaurant zur Verfügung gestellten Raum untergebracht waren, fasste man bald den Plan zum Bau eines eigenen Bootshauses. Herr Heinrich Hahne stellte ein Grundstück und vor allen Dingen seine praktische wie auch kaufmännischen Kenntnisse zur Verfügung. Nach nur 51 Tagen Bauzeit entstand am Dattelner Hafenbecken  in unmittelbarer Nähe der Hafenrestaurants ein Bootshaus. 

so berichtete damals die örtliche Presse. Das Bootshaus wurde im August 1928 feierlich mit einer Regatta, vielen Kanuspielen und der ersten Dattelner Lampionfahrt eingeweiht.

Erste Fahrten als Verein

Und bald darauf fuhren die Vereinsmitglieder zum ersten Mal über den engeren Heimatbezirk hinaus. 

Die Boote wurden gepackt und verladen. War die Anreise oft auch sehr mühsam, so war man doch mit viel Spaß und Freude bei der Sache. 

Mühsam war die Anreise anno 1928, doch die Möglichkeiten wurden immer besser …

Umzug / Krieg & Neustart

Mit dem Bau des ersten Dattelner Bootshauses war ein großer Schritt in die angestrebte Richtung zur Förderung des Wassersportes gegangen. Es zeigte sich jedoch bereits nach kurzer Zeit, dass das Bootshaus in der geschaffenen Größe nicht mehr ausreichte. Durch den ständigen Zustrom neuer Mitglieder wurde bereits kurz nach der Vereinsgründung und der Fertigstellung des Bootshauses die Frage nach einem größeren Bootshaus akut. Durch Überlassen eines Bauplatzes seitens der Gemeinde Datteln, nun aber hinter dem heutigen Bootshaus des Rudervereins am aktuellen Standort am Dattelner Hafen gelegen, wurde es dem Verein möglich, mit den Vorarbeiten für ein neu zu errichtendes Bootshaus zu beginnen. Der politische Kampf und die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse, die sich schon im Jahre 1931 auf das Vereinsleben auszuwirken begannen, machten sich 1932 erst recht fühlbar. Und so dauerte es schließlich bis zum Jahre 1935 bis das neue Bootshaus fertiggestellt war.

Der Ausbruch des Krieges bereitete dem blühenden Vereinsleben ein jähes Ende. Das sportliche Leben des Vereins kann ganz zum Erliegen. Das Bootshaus selbst wurde zum Teil als Lebensmittellager verpachtet und blieb es bis nach dem Zusammenbruch. 

Blieb das Bootshaus auch von direkten Kriegseinwirkungen verschont, so erlitt der Verein durch den 2. Weltkrieg doch schweren Schaden allein schon dadurch, dass mehr als 30 Boote von den Alliierten beschlagnahmt wurden. Ein leeres, im Verfall begriffenes Bootshaus und hohe Steuer- und Hypothekenschulden waren die Folgen des Krieges für den Kanu Klub. Die Begeisterung für den Wassersport ließ die Kanuten auch diese Schwierigkeiten überwinden. Am 14.10.1945 versammelten sich erstmalig nach dem Kriege wieder 31 Mitglieder im Lokal Karl Möcklinghoff in Datteln, obwohl der Kanal durch die Bombardierungen noch ohne Wasser war. Da man keine Boote kaufen konnte, schlossen sich die Vereinsmitglieder zu einzelnen Gruppen zusammen, um ihre Boote im Eigenbau fertig zu stellen. Und so erhielt der Kanu Klub Datteln direkt nach dem Zweiten Weltkrieg die „Genehmigung zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs durch die Militärregierung“. Als es dann 1946 zur Gründung des „Amtsverbandes für Leibesübungen“ [hieraus entstand 1953 dann der Stadtverband] ging, war der Kanu Klub Datteln neben Germania Datteln, dem TV Datteln und Schwarz-Weiß Meckinghoven einer von 4 Dattelner Vereinen, der als Gründungsmitglied aktiv war.

Erste Fahrten in die Ferne

Zunehmend reifte der Wunsch nach ausgedehnteren Wanderfahrten. Die ersten längeren Urlaubstouren plante man natürlich mit dem eigenen Boot und Zelt. Aufgrund der eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten und der fehlenden Mobilität mussten Wanderfahrten her, die einerseits den Urlaub in dem jeweiligen Urlaubsgebiet ermöglichten und andererseits eine kostengünstige Anreise sicherstellten.

Eine Kanalwoche, oder …?

Ende März 1969 trafen sich die 4 wassersporttreibenden Vereine aus Datteln im Bootshaus des KKD’s. Man wollte versuchen der Dattelner Bevölkerung zu zeigen, dass Datteln wirklich eine Kanalstadt ist. Viele Veranstaltungen waren geplant und alle Bürger sollten mit einbezogen werden. „Und wenn es geht, sollte der Leinpfad noch asphaltiert werden,“ so der damalige Vorsitzende des KKD’s.

Gründungsversammlung im Bootshaus des Kanu Klub’s Datteln

Die Vereine waren  sich  einig  und  mit  Bürgermeister  Horst Niggemeier war ein Mentor gefunden, der die Veranstaltung auch von Seiten der Gemeinde organisieren und auf die Beine stellen wollte und konnte. 

Eine wesentliche Änderung zu der ersten Besprechung im Bootshaus beim Kanu Klub Datteln folgte in einer weiteren Besprechung. 

Der ursprünglich gewählte Name der Veranstaltung „Kanalwoche“ wurde inhaltlich als unkorrekt und „wenig griffig“ empfunden. Letztlich einigte man sich, so dass man ein „KANALFESTIVAL AM HAFEN“ ankündigen konnte.

90 Jähriges Jubiläum

Zum 90 Geburtstag des Kanu Klub Datteln wurde erneut ganz großes Besteck aufgefahren. Über den gesamten Tag hinweg gab es Programm für alle. Neben Spiel und Spaß für die Kinder, wurden auf dem Wasser verschiedene Rettungsübungen demonstriert. Natürlich fehlte auch die Feierstunde nicht. In dieser Feierstunde danke der 1. Vorsitzende allen, die das erreichen dieses wichtigen Tages möglich gemacht haben. Aber Bilder sagen mehr als 1000 Worte seht selbst was bis in die späten Abendstunden bei uns los war….

Der Verein heute

Anfangs konnten im Bootshaus Boote gelagert werden. Doch nicht nur die Zeiten änderten sich: vieles wurde geschaffen, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Geblieben über all die Jahre sind die Möglichkeiten zum Sport und vor allen Dingen auch zum Familiensport im Verein.

Im Bootshaus sind zahlreiche Bootsplätze vorhanden. Und was dort gelagert ist, lässt das Herz eines jeden Outdoor – Händlers höher schlagen. Vom Eski – Langschiff bis zum Slalom- oder Spielboot ist alles vorhanden. Mannschaftsboote ermöglichen Fahrten im Team. Sogar manch ein Nostalgiker findet ausgereifte Modelle. Ein Jugendraum und ein den Bedürfnissen anpassbarer, abteilbarer Klubraum stehen den Mitgliedern zur Verfügung. Im Außenbereich steht eine Wiese für diverse Betätigungen und ein herrliches Grillplatz zur Verfügung. Seit 2019 sind wir außerdem Kanu Station.